Fluorid im Mineralwasser! Ist es gefährlich? ☠️
- Timo Bausch I Zertifizierter Wassersommelier

- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Mein Video über das Geheimnis von Saskia wurde auf YouTube mittlerweile über 850.000 Mal angesehen. Unter den Kommentaren finden sich häufig Anmerkungen zum Thema Fluorid im Wasser. Viele schreiben, dass sie das Wasser deshalb nicht konsumieren würden. Das wirft die Frage auf, ob Fluorid im Mineralwasser tatsächlich einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hat.
Deshalb schauen wir uns das Thema jetzt einmal genauer an. Hier ist die Übersicht der Mineralien der verschiedenen Quellen, die Lidl für Saskia nutzt.

Wir sehen, dass der Fluoridgehalt zwischen weniger als 0,2 und maximal 0,39 mg pro Liter schwankt.
Ist das nun viel oder wenig? Und ist es gefährlich oder nicht?
Zunächst einmal sei Folgendes gesagt: Mineralbrunnen fügen dem Mineralwasser kein Fluorid zu! Anders als beim Leitungswasser ist es nicht erlaubt, dem Wasser Mineralien und Spurenelemente hinzuzufügen. Fluorid kommt als natürliches Element in Gesteinsschichten vor, die das Wasser auf seinem Weg zur Quelle aufnimmt.
Sind 0,39 mg Fluorid pro Liter viel?
Auf den ersten Blick mag diese Menge viel erscheinen. Jedoch gibt es andere Lebensmittel, die ähnlich viel Fluorid enthalten und die wir täglich konsumieren. Hier einige Beispiele pro 100 g:

Je nach Sorte kann auch Schwarztee bis zu 1,5 mg Fluorid pro Tasse enthalten.
Ist der Konsum von fluoridhaltigem Mineralwasser schädlich?
Im Internet kursieren aufgrund einer Metastudie Informationen, dass der Konsum von Fluorid den IQ von Kindern negativ beeinträchtigen kann.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ) kritisiert allerdings die besagte Metastudie, da viele der zugrunde liegenden Studien Verzerrungen aufweisen. Zudem stammen allein 62 der 74 Studien aus China, Indien, Mexiko oder dem Iran, wo in vielen Gegenden eine hohe Fluoridkonzentration im Trinkwasser gegeben ist (teilweise über dem in Deutschland festgelegten Grenzwert von 1,5 mg pro Liter).
Eine neue Studie aus Australien kommt zu einem anderen Ergebnis als die zuvor erwähnte Studie: Es ist keine Assoziation zwischen der Fluoridkonzentration im Trinkwasser und dem IQ von Kindern ersichtlich. In der Übersichtsarbeit konnten für den in Deutschland gültigen Grenzwert der Fluoridkonzentration im Trinkwasser keine Zusammenhänge zur kindlichen Intelligenz ermittelt werden. Faktisch sind die Fluoridkonzentrationen (FK) im Trinkwasser in Deutschland in der Regel um den Faktor 5, also 0,3 mg pro Liter, geringer als dieser Grenzwert.
Eine neue Untersuchung aus den USA liefert ebenfalls Entwarnung. Auch hier führen die in den USA üblichen Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser (0,7 mg pro Liter) zu keinen negativen Effekten auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern oder Erwachsenen. Dabei wurde eine Teilgruppe über vier Jahrzehnte hinweg mehrfach nachuntersucht, zuletzt im Alter von rund 60 Jahren.
Ab wann ist Fluorid schädlich?
Eine Knochenfluorose kann beispielsweise bei einer langfristigen täglichen Zufuhr von 5 bis 10 mg über viele Jahre hinweg entstehen. Eine akute Vergiftung mit Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen tritt bei einer Einnahme von etwa 350 mg Fluorid auf, was dem Inhalt von zwei bis drei Tuben Zahnpasta entspricht.
Zirbeldrüse und Fluorid
Im Internet wird oft auch die Verkalkung der Zirbeldrüse und deren negative Auswirkungen auf die Melatoninproduktion erwähnt. Es sei allerdings angemerkt, dass es derzeit keine robuste, empirische Studie am Menschen gibt, die nachweist, dass Fluorid die Melatoninproduktion direkt reduziert oder die Funktion der Zirbeldrüse beeinflusst. Die Aussagen basieren vielmehr auf indirekten Messungen (z. B. des Schlafverhaltens), Tierversuchen und Hypothesen aus Gewebsanalysen.
Fazit:
Der Fluoridgehalt von unter 0,4 mg pro Liter in vielen deutschen Mineralwässern liegt deutlich unter den gesundheitlich relevanten Schwellenwerten und entspricht in etwa der Menge, die wir über viele alltägliche Lebensmittel aufnehmen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bei den in Deutschland üblichen Fluoridkonzentrationen keine negativen Effekte auf die kognitive Entwicklung oder die allgemeine Gesundheit nachweisbar sind. Hinweise auf Risiken stammen überwiegend aus Regionen mit deutlich höherer Fluoridbelastung. Auch die häufig genannten Befürchtungen, fluoridhaltiges Mineralwasser könne die Zirbeldrüse oder die Melatoninproduktion beeinträchtigen, sind beim Menschen bislang nicht durch belastbare Studien belegt. Aus diesem Grund ist fluoridhaltiges Mineralwasser in diesen Mengen aus heutiger wissenschaftlicher Sicht als unbedenklich einzustufen. Das haben zumindest meine Recherchen ergeben.
In diesem Sinne: Drink water, #stayhydrated
Viele Grüße
Timo Bausch
Zertifizierter Wassersommelier
Über Timo Bausch
Meine Faszination für Mineralwässer begann im Jahr 2016 während der Ausbildung zum Wassersommelier. Seitdem beschäftige ich mich mit den Besonderheiten und der Vielfalt von Wässern. Neben dem Pairing von Wasser mit Speisen, Wein, Kaffee und anderen Getränken biete ich Wasserkarten für Restaurants und Hotels. Zudem liegt es mir am Herzen, auf die Wichtigkeit des Wassertrinkens aufmerksam zu machen.
Quellen:




Kommentare