ProWein Spezial: Weinverkostung mal anders đ·đ§
- 17. MĂ€rz 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Apr. 2025
Nein, ich spreche nicht von einer klassischen Weinschorle - sondern von einer professionellen Wasser- / Weinverkostung! Passend zur aktuellen ProWein in DĂŒsseldorf möchte ich dieses spannende Thema heute etwas nĂ€her beleuchten.

Hast Du dich schon einmal gefragt, warum dein Wein nach einem Schluck Wasser plötzlich ganz anders schmeckt?
TatsÀchlich hat die Wahl des Wassers einen erheblichen Einfluss auf die geschmackliche Wahrnehmung des Weines. Ich behaupte sogar, dass die falsche Wasserwahl einen 500-Euro-Wein im Restaurant geschmacklich ruinieren kann. Aber woran liegt das?
Zwei Faktoren sind ausschlaggebend: Mineralstoffe und KohlensÀure.
1. Die Mineralstoffe im Wasser
Jedes Mineralwasser hat eine individuelle Zusammensetzung an Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium und Natrium. Kein Wasser gleicht dem anderen - manche sind eher mineralarm, andere stark mineralisiert. Und genau diese Unterschiede beeinflussen, wie ein Wein im Zusammenspiel mit dem Wasser auf der Zunge wirkt.
Ein Wasser mit hohem Natriumchloridgehalt schmeckt salzig und verstĂ€rkt dementsprechend die salzigen Noten im WeiĂwein. Calcium- und magnesiumreiche WĂ€sser hingegen können dem Wein eine milde, sĂŒĂliche Nuance verleihen. Und dann ist da noch das Hydrogencarbonat: Es puffert SĂ€uren ab. Dadurch können sĂ€urebetonte Weine ihren Charakter verlieren und schal schmecken. Positiv ist jedoch, dass Hydrogencarbonat Sodbrennen vorbeugen kann - interessant fĂŒr alle sĂ€ureempfindlichen Weinliebhaber đ

2. Die KohlensÀure
KohlensĂ€ure hat - wie der Name schon sagt - eine gewisse SĂ€ure. Mineralarmes Wasser schmeckt oft neutral. Kommt jedoch KohlensĂ€ure hinzu, erinnert der Geschmack schnell an eine dezente Zitronennote. Gerade diese âFrischeâ kann den Weingenuss positiv unterstĂŒtzen, aber auch aus dem Gleichgewicht bringen. Kombiniert man ein solches Wasser mit einem trockenen Riesling, wirkt die SĂ€ure noch intensiver und lĂ€sst den Wein eventuell zu sauer erscheinen. Zu einem halbtrockenen Riesling hingegen kann das gleiche Wasser passen und die Nuancen des Weines elegant unterstreichen.
Die richtige Kombination finden!
Zahlreiche Wasser- /Weinverkostungen haben gezeigt: Je sĂŒĂer der Wein, desto spritziger darf das Wasser sein. Zu fruchtigen, lieblichen WeiĂweinen passt ein Wasser mit viel KohlensĂ€ure, das die Fruchtigkeit unterstreicht. Trockene WeiĂweine fĂŒhlen sich dagegen mit einem Medium Wasser wohler - hier wirkt zu viel KohlensĂ€ure schnell störend.
Vorsicht! Bei Rotweinen gilt: Finger weg von kohlensÀurehaltigen WÀssern! Die KohlensÀure interagiert mit den Tanninen (Gerbstoffen) und macht den Wein unangenehm bitter. Stilles Wasser ist hier die bessere Wahl.

Meine Empfehlung
Besorge Dir vier bis fĂŒnf verschiedene MineralwĂ€sser und ein bis zwei Weine und probiere sie nacheinander in Kombination. Du wirst schnell Unterschiede feststellen. Alternativ kannst Du Dir auch eine der #AWESOMM TASTING BOXEN bestellen, die Wasserverkostung online durchfĂŒhren und die WĂ€sser anschlieĂend mit einem Wein verkosten. Kleiner Tipp: Es macht mehr SpaĂ, wenn Du die Verkostung mit deinen Freunden oder deiner Familie durchfĂŒhrst.
Fazit
Die Wahl des passenden Wassers zum Wein ist also weit mehr als nur eine Randnotiz - sie beeinflusst den Gesamteindruck maĂgeblich. Wer sich darauf einlĂ€sst und verschiedene Kombinationen ausprobiert, entdeckt eine ganz neue Dimension im Zusammenspiel von Wasser und Wein. Besonders spannend wird es unter Anleitung eines erfahrenen Wassersommeliers.
Viele GrĂŒĂe
Timo Bausch
Zertifizierter Wassersommelier
Ăber Timo Bausch
Meine Faszination fĂŒr MineralwĂ€sser begann im Jahr 2016 wĂ€hrend der Ausbildung zum Wassersommelier. Seitdem beschĂ€ftige ich mich mit den Besonderheiten und der Vielfalt von WĂ€ssern. Neben dem Pairing von Wasser mit Speisen, Wein, Kaffee und anderen GetrĂ€nken biete ich Wasserkarten fĂŒr Restaurants und Hotels. Zudem liegt es mir am Herzen, auf die Wichtigkeit des Wassertrinkens aufmerksam zu machen.




