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Fakten die Du über Wasser

schon immer wissen wolltest

Wasser aus der Glasflasche oder PET-Flasche? Was ist besser?

  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

In meiner täglichen Arbeit als Wassersommelier werde ich immer wieder mit derselben Frage konfrontiert: „Was ist besser: Wasser aus der Glasflasche oder aus der PET-Flasche?”

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Beide Verpackungen haben ihre Vor- und Nachteile. In diesem Beitrag betrachten wir die wichtigsten Unterschiede in drei Kategorien: Geschmack und Sensorik, Gesundheit sowie Nachhaltigkeit.


Wasser in Glasflasche und Wasser in PET Flasche

Geschmack und Sensorik

Aus sensorischer Sicht gilt Glas als die neutralste Verpackung für natürliches Mineralwasser. Glas ist nahezu vollständig inert und geht keine Wechselwirkungen mit dem Wasser ein. Dadurch bleibt der ursprüngliche Charakter eines Mineralwassers, insbesondere seine Mineralität, Frische und Balance, langfristig erhalten.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei karbonisierten Mineralwässern. Glas bietet eine bessere Barriere gegenüber Gasen wie Sauerstoff und Kohlendioxid. Dadurch kann die Kohlensäure über einen längeren Zeitraum besser erhalten bleiben.


PET-Flaschen sind ebenfalls für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen und gelten bei bestimmungsgemäßer Verwendung als sicher. Allerdings kann PET im Vergleich zu Glas stärker mit äußeren Faktoren reagieren. Unter bestimmten Bedingungen können geringe Mengen von Stoffen aus dem Verpackungsmaterial in das Wasser übergehen. Dies kann insbesondere bei empfindlichen Wässern die sensorische Wahrnehmung beeinflussen.

Eine häufig untersuchte Verbindung ist beispielsweise Acetaldehyd, das während der PET-Herstellung entstehen kann und den Geschmack von Wasser in bestimmten Konzentrationen beeinflussen kann. Studien zeigen, dass die Migration solcher Stoffe von Faktoren wie Lagerdauer, Temperatur und Verpackungsbedingungen abhängt.


Gesundheit

Grundsätzlich gelten sowohl Glas- als auch PET-Flaschen als sichere Verpackungen für Trink- bzw. Mineralwasser, da sie strengen lebensmittelrechtlichen Anforderungen unterliegen.


Glas wird von vielen Verbrauchern bevorzugt, da es frei von Kunststoffen ist und besonders stabil gegenüber äußeren Einflüssen gilt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass PET-Flaschen bei normaler Nutzung gesundheitsschädlich sind.


In der wissenschaftlichen Diskussion stehen vor allem mögliche Materialmigration und Mikroplastikpartikel im Mittelpunkt. Studien zeigen, dass PET-Flaschen durch äußere Faktoren beeinflusst werden können. So hat beispielsweise eine Untersuchung aus dem Jahr 2022 ergeben, dass Sonneneinstrahlung und mechanische Belastung die Freisetzung von Partikeln aus PET-Flaschen erhöhen können. Auch hohe Temperaturen und lange Lagerzeiten können sich negativ auf die PET-Flaschen auswirken.


Eine weitere aktuelle Untersuchung in der Fachzeitschrift Water Research simulierte realistische Alltagssituationen wie die Lagerung in heißen Fahrzeugen sowie mechanische Belastungen. Dabei wurde festgestellt, dass Hitze und Bewegung die Freisetzung von Nano- und Mikroplastik aus PET-Flaschen erhöhen können.


Gerade in Regionen mit extremen Temperaturen wie Dubai spielt die richtige Lagerung deshalb eine entscheidende Rolle. Eine PET-Flasche, die über Stunden in einem heißen Auto oder in der prallen Sonne liegt, ist nicht mit einer Flasche vergleichbar, die korrekt in einem kühlen Lager aufbewahrt wurde.


Praxis-Tipp: Achte beim Kauf von Wasser darauf, dass die PET-Flaschen nicht dauerhaft direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren und möglichst kühl gelagert wurden.


Nachhaltigkeit

Ist Glas oder PET umweltfreundlicher? Auch bei diesem Thema gibt es keine einfache Antwort. Glas wird häufig automatisch als die umweltfreundlichere Lösung betrachtet, doch die tatsächliche Umweltbilanz hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab.


Mehrweg-Glasflaschen können in einem gut funktionierenden Rücknahmesystem sehr nachhaltig sein. Sie besitzen eine lange Lebensdauer, können mehrfach wiederbefüllt werden und sind vollständig recycelbar. Gleichzeitig haben Glasflaschen aufgrund ihres hohen Gewichts einen Nachteil: Ihr Transport benötigt mehr Energie und verursacht bei langen Lieferwegen höhere Emissionen. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Einweg-Glasflaschen handelt.


PET-Flaschen bieten hingegen Vorteile bei Logistik und Transport. Sie sind deutlich leichter, benötigen weniger Energie beim Transport und verursachen aufgrund ihres geringeren Gewichts weniger CO₂-Emissionen pro transportierter Einheit. Gleichzeitig bestehen sie aus Kunststoff und können bei unsachgemäßer Entsorgung zu einer Belastung für die Umwelt werden.


Die Nachhaltigkeit einer Verpackung hängt also nicht allein vom Material, sondern von mehreren Faktoren ab.


  • Mehrweg- oder Einwegsystem

  • Transportdistanz

  • Rücklaufquote der Flaschen

  • Recyclinginfrastruktur

  • Produktionsbedingungen und Energieeinsatz.


Die Frage „Glas oder PET?” lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist nicht nur das Material der Flasche, sondern das gesamte System dahinter.


Praxis-Tipp: Wenn Du Glasflaschen bevorzugst, achte möglichst auf ein regionales Mineralwasser in einer Mehrwegflasche. Gerade in Deutschland gibt es eine große Auswahl hochwertiger Mineralwässer, die über gut funktionierende Mehrwegsysteme vertrieben werden. Kurze Transportwege und die mehrfache Wiederverwendung der Flaschen können die Umweltbilanz deutlich verbessern. So verbindest Du die sensorischen Vorteile der Glasflasche mit einer möglichst nachhaltigen Verpackungslösung.


Das Premium-Erlebnis

In der gehobenen Gastronomie, in Fine-Dining-Restaurants und in Luxushotels wird natürliches Mineralwasser überwiegend in Glasflaschen serviert.

Der Grund dafür ist nicht nur die Verpackung selbst, sondern auch das Erlebnis:


  • hochwertige Präsentation am Tisch

  • bessere Wahrnehmung der Marke

  • Verbindung zu Premiumqualität

  • optimale Bedingungen für Wasserverkostungen


Fazit

Die wissenschaftliche Betrachtung zeigt: Glas- und PET-Flaschen sind sichere Verpackungen für Mineralwasser. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der grundsätzlichen Sicherheit, sondern in den Bereichen Sensorik, Lagerung, Präsentation und Nachhaltigkeit.


Wer Wert auf ein möglichst unverfälschtes Geschmackserlebnis, eine hochwertige Präsentation und eine langfristige Lagerung legt, für den ist die Glasflasche die beste Wahl. PET-Flaschen überzeugen dagegen durch ihr geringes Gewicht, ihre Bruchsicherheit und ihre logistischen Vorteile.


Gerade in heißen Regionen wie Dubai und Abu Dhabi ist die richtige Lagerung jedoch entscheidend: Eine korrekt gelagerte PET-Flasche ist nicht mit einer Flasche vergleichbar, die über längere Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt war.


Die Aussage „Glas ist gesund und PET ist schlecht“ wäre wissenschaftlich nicht korrekt. Die Realität ist differenzierter: Glas bietet sensorische Vorteile, während PET praktische Vorteile bietet. Entscheidend sind die Qualität des Wassers, das Verpackungssystem und der Umgang mit dem Produkt.


In diesem Sinne: Drink water, #stayhydrated


Beste Grüße

Timo Bausch

Zertifizierter Wassersommelier



Über die SOMMCADEMY

Wasser ist mehr als nur ein Grundbedürfnis. Es steht für Geschmack, Gesundheit und Erlebnis. Genau hier entsteht ein neues Bewusstsein: Achtsam trinken, Unterschiede erkennen und Qualität wirklich verstehen. Als zertifizierter Wassersommelier habe ich die SOMMCADEMY gegründet, um die Vielfalt und die Besonderheiten von Mineralwasser mit der Welt zu teilen. Mit der SOMMCADEMY kannst Du Wasser auf eine völlig neue Art kennenlernen: Als sensorisches Erlebnis und Wissensmoment, der deine Veranstaltung zu etwas Besonderem macht / Timo Bausch Gründer der SOMMCADEMY


Erlebe Wasser auf eine neue Art und buche jetzt dein exklusives Erlebnis in Dubai, Abu Dhabi oder weltweit.


Wassertasting in den Vereinigten Arabischen Emiraten Timo Bausch

Quelle:

  • Bach et al. (2012): Migration of antimony from PET bottles into water – Food Chemistry

  • Montuori et al. (2008): Migration of substances from PET bottles into mineral water – Journal of Environmental Monitoring

  • Schymanski et al. (2022): Analysis of microplastics in water from plastic bottles – Water Research

  • Water Research (2024/2025): Untersuchungen zur Freisetzung von Mikro- und Nanoplastik aus PET-Flaschen unter realitätsnahen Bedingungen

  • UNEP (2021): Single-use plastic bottles and environmental impacts

  • Franklin Associates (2009): Life Cycle Inventory of Three PET Container Systems

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